P
: Wie steht es zur Zeit mit dem 110 Meter Hürdenlauf in Frankreich
?
VC
:
Der 110 Meter Hürdenlauf hat zur
Zeit in Frankreich ein gutes Niveau. Und zwar, seit 1986 dank
Stéphane Caristan. In diesem Jahr war er Europameister und Rekordmann
im 110 Meter Hürdenlauf mit 13''20. Was eine Begeisterung für
diesen Sport ergab und viele Leichtathleten haben sich in diesem
Sport eingeschrieben. Ich glaube, das ist mit dem Stab-Hochsprung
zur Zeit die erfolgreichste Disziplin in Frankreich. Wir haben
einige Sportler, die zu den 20 Besten der Welt gehören .
Nach den letzten Ergebnissen gehören zwei bis drei Athleten
zu den 25 Besten der Welt. Das soll heißen, wenn wir auch viele
Sportler haben, die sich dem internationalen Niveau nähern,
so ist unsere Disziplin noch nicht stark genug und wir haben
in Frankreich noch keine Spitzenleistung, die den 110 Meter
Hürdenlauf fördert. Ich meine mit international, daß wir regelmäßig
das Niveau 13''30 oder mindestens den französischen Rekord erreichen.
P
: Glaubst Du, es wäre möglich, einen Olympischen Titel in Sidney
zu erreichen ?
VC
: Ja,
für die Olympischen Spiele, so wie für alle internationalen
Wettkämpfe, denn wie ich schon sagte, es gibt bei uns wenig
Sportarten, in denen wir 3 Athleten mit internationalem
Niveau haben, wie dies beim 110 Meter Hürdenlauf der Fall
ist. Zum Beispiel beim Hochsprung, Kugelstoßen sind seit
Jahren keine französischen Athleten eingeschrieben, weil
hier das internationale Niveau nicht erreicht wird . |
Dagegen haben wir jedesmal 3 Athleten im 110 Meter Hürdenlauf
und im Stab-Hochsprung. Das zeigt den guten Gesundheitszustand
des 110 Meter Hürdenlaufs ; ich mußjedoch immer wieder sagen,
da wir keine dauerhaften Spitzenleistungen haben, wird es für
uns schwierig sein eine Medallie zu gewinnen. Unser Ziel ist,
wenigstens an einer Finale teilzunehmen, dies wäre für Frankreich
ein gutes Resultat.
P
: Wie steht es mit Deinem Training ?
VC
: Ich bin da bei meiner " Halbzeit "angelangt, denn mein Aufenthalt
in Prévithal findet jedes
Jahr zu gleicher Zeit statt, und zwar am Ende meiner Wintersaison
und kurz vor meiner Sommersaison. Mein Training der Wintersaison
war positiv, was mir erlaubte einige sehr gute Resultate im
60 Meter Hürdenlauf zu erreichen. Im 110 Meter Hürdenlauf habe
ich noch keine Anhaltspunkte ; da ich 1999 wegen einer Verletzung
aussetzen mußte, kann ich nur mit den Ergebnissen von 1998 vergleichen.
P
: Was sind Deine Pläne für diese Saison ?
VC
:
Für diese Saison sind sie klar . Die Bestzeit im 110 Meterlauf
zu erreichen. Das heißt : 13''30 ; das ist fast die Weltbestzeit
; auf jeden Fall das bedeutet mit Sicherheit an den Olympischen
Spielen teilnehmen zu können und das Finale zu erreichen. 1996
und 1998 war ich Französisch-Meister, das heißt, die
"ungeraden "Jahre bekommen wir besser, als die ungeraden. Also
im Jahre 2 000 müßte ich die französische Meisterschaft gewinnen.
P
: Vincent, Du bist ein Läufer mit Erfahrung ; hast Du schon
an den Olympischen Spielen teilgenommen ? Welche Erinnerungen
hast Du davon ?
VC
: Ja, ich war bei den letzten Spielen in Atlanta 1996 dabei.
Das war eine sehr gute Erfahrung. Ich habe damals meinen
eigenen Rekord verbessert und gewann einen Platz als Halbfinalist.
Ich war Neunter in der Gesamtzeit, also gerade an der Tür
vor dem Finale.Das ist sehr enttäuschend, denn das Problem
eines Leistungssportlers ist, daß er immer mehr erreichen
will. Wenn man mir in der letzten Saison ein Halbfinale
vorausgesagt hätte, hätte ich sofort unterschrieben ! Aber
wenn man sich im Feuer des Gefechtes befindet reagiert man
anders. Es wäre schön gewesen, bis zum Endlauf durchzukommen |
P
: Im laufe Deiner Karriere hast Du die besten Hürdenläufer der
Welt getroffen. Wer sind die Athleten, die Dich am meisten beeindruckt
haben, und wer ist Dein Modell, wenn Du überhaupt eins hast
?
VC
: Beim 110 Meter Hürdenlauf gibt es kein richtiger " leadership
"mehr. Auf der Hitliste stehen unter den besten Läufern der
Welt Collin Jackson und der Amerikaner Allen Johnson. Aber mit
der Vervielfältigung der Wettveraustaltungen, tauchen überall
Sportler mit gutem Niveau auf. Es ist schwierig, sich an einen
Favoriten zu interessieren. Wirklich, man weiß nicht recht,
woher die Gefahr kommt, denn sie sind alle sehr gut und besitzen
Talente. Collin Jackson ist eine nicht sehr beeindruckende Persönlichkeit,
aber man erkennt ihn an seiner Regularität und an seiner Ausdauer.
Er gewann seinen ersten Weltmeistertitel 1993 ; 1999 seinen
zweiten. Ich finde das außergewöhnlich. Was ihm heute fehlt,
ist ein Olympischer Titel. Greg Foster hat mich auch beeindruckt,
ebenso der Weltrekordler der letzten Saison, Renaldo Nehemia,
den man die " Katze " nannte. Sie hatten eine Ausstrahlung und
eine Stattlichkeit auf der Rennbahn, was mich sehr beeindruckte.
P
: Was sind Deine besten Erinnerungen als Athlet ?
VC
: Ich glaube sie befinden sich im Bereich des Wettkampfes :
Atlanta war eine ausgezeichnete Erfahrung. Einen Wettkampf zu
gewinnen, vor allem wenn es sich um einen französischen Meiterschaftstitel
handelt, läßt eine ausgezeichnete Erinnerung und ist eine gute
Erfahrung. Dies gibt eine unvergleichbare Befriedigung, besonders
wenn man dafür seine ganze Zeit und Energie eingesetzt hat.
Wenn man dafür belohnt wird, auch wenn es nur im nationalen
Bereich ist , das ist " super " und läßt immer eine ausgezeichnete
Erinnerung.
P
: Die Wohltaten durch Thalassotherapie in der Erholungsphase
der Leistungssportler ist anerkannt, was denkst Du darüber ?
VC
: Nur
Gutes ! Ich bin von den Wohltaten der Thalassotherapie für
die Sportler überzeugt. Für mich persönlich bedeutet dies
eine nötige Investierung zu meinem Training. Das heißt,
dieses Aufenthalt erlaubt mir, meinen ganzen Körper zu erholen,
Muskeln und Sehnen. In der Tat, ich nutze diese Zeit aus,
um in guter Form von einer Saison in die andere zu gelangen.
Zur Zeit benutze ich diesen Übergang, nach einer guten Wintersaison,
vor allem wenn ich an meine Verletzung der vorrigen Saison
denke, als Abschußrampe zu einem neuen Start in die Sommersaison
; die mir erlaubt Etappenweise meine Höchstform wieder zu
erreichen. So gut ich ein Training zum 110 Meter Hürdenlauf
verkürzen kann, so wichtig ist es für mich die Behandlungswoche
in der Thalassotherapie ohne Unterbrechung zu machen. Wenn
man körperlich nicht in Form ist, ist es unmöglich sich
gut für eine Saison vorzubereiten. |
P
: Was hältst Du von Deinem Aufenthalt im Zentrum der Thalassotherapie
Prévithal (Empfang, Behandlung...) ?
VC
: Toll, wie immer, sehr sympatisch. Was mir besonders in Prévithal,
gefählt ist seine Geselligkeit und Einfachkeit im gegensatz
zu vielen anderen Zentren ; dies ist der erste Punkt. Zweitens,
die Qualität der Behandlungen. Man merkt, daß es sich hier um
ein offizielles Heilgymnastikzentrum handelt. Im Rahmen einer
Thalassotherapie werden alle Behandlungen mit medizinischer
Sicherheit ausgeführt. Dies garantiert mir eine ausgezeichnete
Erholung.
P
: Die letzte Frage : Was ist Dein nächstes Rendez-vous ?
VC
: Mein nächstes " Rendez-vous " sind die Olympischen-Spiele
von Sydney ; um dabei sein zu können muß man die ganze Saison
sehr gut sein.