Nach seiner Erholungskur im Thalassotherapie-Zentrum Prévithal, hat uns Vincent Clarico, der Französichmeister von 96 und 98 im 110 Meter Hürdenlauf, über seine Pläne zu den Olympischen Spielen in Sidney im September unterrichtet, wie auch seine Meinung über seinen Aufenthalt in Prévithal gegeben.

P= Prévithal
VC= Vincent Clarico
P : Wie steht es zur Zeit mit dem 110 Meter Hürdenlauf in Frankreich ?

VC : Der 110 Meter Hürdenlauf hat zur Zeit in Frankreich ein gutes Niveau. Und zwar, seit 1986 dank Stéphane Caristan. In diesem Jahr war er Europameister und Rekordmann im 110 Meter Hürdenlauf mit 13''20. Was eine Begeisterung für diesen Sport ergab und viele Leichtathleten haben sich in diesem Sport eingeschrieben. Ich glaube, das ist mit dem Stab-Hochsprung zur Zeit die erfolgreichste Disziplin in Frankreich. Wir haben einige Sportler, die zu den 20 Besten der Welt gehören .
Nach den letzten Ergebnissen gehören zwei bis drei Athleten zu den 25 Besten der Welt. Das soll heißen, wenn wir auch viele Sportler haben, die sich dem internationalen Niveau nähern, so ist unsere Disziplin noch nicht stark genug und wir haben in Frankreich noch keine Spitzenleistung, die den 110 Meter Hürdenlauf fördert. Ich meine mit international, daß wir regelmäßig das Niveau 13''30 oder mindestens den französischen Rekord erreichen.

P : Glaubst Du, es wäre möglich, einen Olympischen Titel in Sidney zu erreichen ?

VC : Ja, für die Olympischen Spiele, so wie für alle internationalen Wettkämpfe, denn wie ich schon sagte, es gibt bei uns wenig Sportarten, in denen wir 3 Athleten mit internationalem Niveau haben, wie dies beim 110 Meter Hürdenlauf der Fall ist. Zum Beispiel beim Hochsprung, Kugelstoßen sind seit Jahren keine französischen Athleten eingeschrieben, weil hier das internationale Niveau nicht erreicht wird .

Dagegen haben wir jedesmal 3 Athleten im 110 Meter Hürdenlauf und im Stab-Hochsprung. Das zeigt den guten Gesundheitszustand des 110 Meter Hürdenlaufs ; ich mußjedoch immer wieder sagen, da wir keine dauerhaften Spitzenleistungen haben, wird es für uns schwierig sein eine Medallie zu gewinnen. Unser Ziel ist, wenigstens an einer Finale teilzunehmen, dies wäre für Frankreich ein gutes Resultat.

P : Wie steht es mit Deinem Training ?

VC : Ich bin da bei meiner " Halbzeit "angelangt, denn mein Aufenthalt in Prévithal findet jedes Jahr zu gleicher Zeit statt, und zwar am Ende meiner Wintersaison und kurz vor meiner Sommersaison. Mein Training der Wintersaison war positiv, was mir erlaubte einige sehr gute Resultate im 60 Meter Hürdenlauf zu erreichen. Im 110 Meter Hürdenlauf habe ich noch keine Anhaltspunkte ; da ich 1999 wegen einer Verletzung aussetzen mußte, kann ich nur mit den Ergebnissen von 1998 vergleichen.

P : Was sind Deine Pläne für diese Saison ?

VC : Für diese Saison sind sie klar . Die Bestzeit im 110 Meterlauf zu erreichen. Das heißt : 13''30 ; das ist fast die Weltbestzeit ; auf jeden Fall das bedeutet mit Sicherheit an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können und das Finale zu erreichen. 1996 und 1998 war ich Französisch-Meister, das heißt, die
"ungeraden "Jahre bekommen wir besser, als die ungeraden. Also im Jahre 2 000 müßte ich die französische Meisterschaft gewinnen.

P : Vincent, Du bist ein Läufer mit Erfahrung ; hast Du schon an den Olympischen Spielen teilgenommen ? Welche Erinnerungen hast Du davon ?

VC : Ja, ich war bei den letzten Spielen in Atlanta 1996 dabei. Das war eine sehr gute Erfahrung. Ich habe damals meinen eigenen Rekord verbessert und gewann einen Platz als Halbfinalist. Ich war Neunter in der Gesamtzeit, also gerade an der Tür vor dem Finale.Das ist sehr enttäuschend, denn das Problem eines Leistungssportlers ist, daß er immer mehr erreichen will. Wenn man mir in der letzten Saison ein Halbfinale vorausgesagt hätte, hätte ich sofort unterschrieben ! Aber wenn man sich im Feuer des Gefechtes befindet reagiert man anders. Es wäre schön gewesen, bis zum Endlauf durchzukommen

P : Im laufe Deiner Karriere hast Du die besten Hürdenläufer der Welt getroffen. Wer sind die Athleten, die Dich am meisten beeindruckt haben, und wer ist Dein Modell, wenn Du überhaupt eins hast ?

VC : Beim 110 Meter Hürdenlauf gibt es kein richtiger " leadership "mehr. Auf der Hitliste stehen unter den besten Läufern der Welt Collin Jackson und der Amerikaner Allen Johnson. Aber mit der Vervielfältigung der Wettveraustaltungen, tauchen überall Sportler mit gutem Niveau auf. Es ist schwierig, sich an einen Favoriten zu interessieren. Wirklich, man weiß nicht recht, woher die Gefahr kommt, denn sie sind alle sehr gut und besitzen Talente. Collin Jackson ist eine nicht sehr beeindruckende Persönlichkeit, aber man erkennt ihn an seiner Regularität und an seiner Ausdauer. Er gewann seinen ersten Weltmeistertitel 1993 ; 1999 seinen zweiten. Ich finde das außergewöhnlich. Was ihm heute fehlt, ist ein Olympischer Titel. Greg Foster hat mich auch beeindruckt, ebenso der Weltrekordler der letzten Saison, Renaldo Nehemia, den man die " Katze " nannte. Sie hatten eine Ausstrahlung und eine Stattlichkeit auf der Rennbahn, was mich sehr beeindruckte.

P : Was sind Deine besten Erinnerungen als Athlet ?

VC : Ich glaube sie befinden sich im Bereich des Wettkampfes : Atlanta war eine ausgezeichnete Erfahrung. Einen Wettkampf zu gewinnen, vor allem wenn es sich um einen französischen Meiterschaftstitel handelt, läßt eine ausgezeichnete Erinnerung und ist eine gute Erfahrung. Dies gibt eine unvergleichbare Befriedigung, besonders wenn man dafür seine ganze Zeit und Energie eingesetzt hat. Wenn man dafür belohnt wird, auch wenn es nur im nationalen Bereich ist , das ist " super " und läßt immer eine ausgezeichnete Erinnerung.

P : Die Wohltaten durch Thalassotherapie in der Erholungsphase der Leistungssportler ist anerkannt, was denkst Du darüber ?

VC : Nur Gutes ! Ich bin von den Wohltaten der Thalassotherapie für die Sportler überzeugt. Für mich persönlich bedeutet dies eine nötige Investierung zu meinem Training. Das heißt, dieses Aufenthalt erlaubt mir, meinen ganzen Körper zu erholen, Muskeln und Sehnen. In der Tat, ich nutze diese Zeit aus, um in guter Form von einer Saison in die andere zu gelangen. Zur Zeit benutze ich diesen Übergang, nach einer guten Wintersaison, vor allem wenn ich an meine Verletzung der vorrigen Saison denke, als Abschußrampe zu einem neuen Start in die Sommersaison ; die mir erlaubt Etappenweise meine Höchstform wieder zu erreichen. So gut ich ein Training zum 110 Meter Hürdenlauf verkürzen kann, so wichtig ist es für mich die Behandlungswoche in der Thalassotherapie ohne Unterbrechung zu machen. Wenn man körperlich nicht in Form ist, ist es unmöglich sich gut für eine Saison vorzubereiten.

P : Was hältst Du von Deinem Aufenthalt im Zentrum der Thalassotherapie Prévithal (Empfang, Behandlung...) ?

VC : Toll, wie immer, sehr sympatisch. Was mir besonders in Prévithal, gefählt ist seine Geselligkeit und Einfachkeit im gegensatz zu vielen anderen Zentren ; dies ist der erste Punkt. Zweitens, die Qualität der Behandlungen. Man merkt, daß es sich hier um ein offizielles Heilgymnastikzentrum handelt. Im Rahmen einer Thalassotherapie werden alle Behandlungen mit medizinischer Sicherheit ausgeführt. Dies garantiert mir eine ausgezeichnete Erholung.

P : Die letzte Frage : Was ist Dein nächstes Rendez-vous ?

VC : Mein nächstes " Rendez-vous " sind die Olympischen-Spiele von Sydney ; um dabei sein zu können muß man die ganze Saison sehr gut sein.

Vincent, vielen Dank, und viel Glück für die Olympischen Spiele